Passivhaus in Hannover-Kirchrode, Steinbergstraße 1c.
In diesem Privathaushalt wurden nicht nur die gängigen Bausteine
für die Beheizung
und Lüftung eines Passivhauses gewählt. Da der Bauherr äußersten Wert auf
Komfort legt, wurde folgendes Konzept entwickelt:
Die Heizlast von ca. 10 W/m² wird über eine Fußbodenheizung abgedeckt. Auf Grund
der niedrigen Wärmeverluste des Gebäudes hätte die zentrale Lüftungsanlage den
Wärmebedarf decken können. Aus wärmephysiologischen Gründen bevorzugte der
Bauherr aber eine Fußbodenheizung. Das Wasser der Fußbodenheizung sowie das
Brauchwasser werden über eine elektrische Solewärmepumpe mit einem
Erdreichkollektor erwärmt.

Auf dem Dach installierte Solar-Röhrenkollektoren transportieren die Sonnenwärme
in einen Solarschichtenspeicher, der das Warmwasser erwärmt und den Heizbedarf
übernimmt, wenn genügend Aufladung erfolgt ist.
Da der Erdreichabsorber
(Rohrleitungssystem in einer Tiefe von
1,20 m, gefüllt mit einem Wasser-Glycol-Gemisch) wegen der Grund- stücksgröße mit 60 m² ausgesprochen klein ausgefallen
ist, wird über ein weiteres Erdreichsystem, das 20 cm unterhalb des
Erdreich- absorbers der Wärmepumpe angeordnet ist, überschüssige Wärme von der
Solaranlage in das Erdreich gepumpt. Somit wird die zu geringe Fläche in Größe des
Erdreichabsorbers kompensiert.

Des Weiteren ist in dem Haus eine zentrale Lüftungsanlage mit einem
hocheffizienten Wärmetauscher angeordnet. Um eine hohe Luftqualität zu
gewährleisten, wurde die Lüftungsanlage mit entsprechenden Filtern versehen.
Auf eine passive Luftvorerwärmung durch einen Erdwärmetauscher (Rohr) haben wir
bewusst verzichtet, da unsere Erfahrungen diesbezüglich nicht positiv ausfielen.
Denn sobald minimale Beschädigungen am Rohrsystem auftreten, laufen die
Luftleitungen bei hohen Grundwasser- oder Oberflächenständen voll Wasser.



Mit dem vorhandenen Erdwärmekollektor wird ein Wärmetauscher mit dem kühlen
Wasser (10 bis 12 °C) versorgt, der in der Außenluftan saugung angeordnet ist. Damit
wird im Winter die kalte Außenluft erwärmt.
Da Passivhäuser im Sommer zu starker Raumerwärmung neigen, lässt sich das
Luftvolumen der Lüftungsanlage vergrößern, wobei die Luft über den
Luftwärmetauscher mit dem kalten Wasser aus dem Erdreich gekühlt wird. Das
Luftvolumen wird für die Kühlung erhöht, da der normale Luftwechsel für eine
Kühlung nicht ausreicht.

Der Jahresheizbedarf liegt
unter 15kWh/(m²a). Das entspricht ca. 1,5 l Heizöl pro m²
und Jahr. Dieser niedrige Heizbedarf lässt sich nur
realisieren, wenn ergänzende
Komponenten eingehalten werden:
- Wärmedämmung
- wärmebrückenfreies Konstruieren
- Luftdichtheit
- Lüftung mit Wärmerückgewinnnung
- Warmfenster
- alternative und innovative Haustechnik
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